Carne vale – Karneval

Laut unserem Duden leitet sich Karneval aus dem Italienischen ab, carne = Fleisch, vale = Lebewohl, also auf gut deutsch: dem Fleisch Lebewohl sagen. Es naht wieder einmal die närrische Karnevals- oder Fastnachtszeit mit ihrem Höhepunkt, dem Rosenmontag. Danach beginnt die vierzig Tage dauernde Fastenzeit von Aschermittwoch an bis zum Gründonnerstag, also bis kurz vor Ostern.  In alter Zeit hat man sich gegenseitig zugerufen: »Fasten naht!«. Daraus entwickelte sich die Fastnacht. Es sollte mit diesem Ruf darauf aufmerksam gemacht werden, die verderblichen Nahrungsmittel, die ja dann ab Aschermittwoch nicht mehr verzehrt werden durften, schnellstens aufzubrauchen, da es keine Kühlschränke und keine Gefriertruhen gab. Also wurde alles sinnlos in sich hineingestopft und -geschüttet.  Am Aschermittwoch war ja alles vorbei! Trotz Mindesthaltbarkeitsdatum und ununterbrochener Kühlkette, dieses sinnlose Prassen hat sich irgendwie erhalten. Aber dieses Brauchtum hat sich leider weit von seinen Wurzeln entfernt.
 

Neben anderen Fastenzeiten kennt das Christentum in erster Linie die 40 Tage des Fastens, die der Vorbereitung auf Ostern dienen und an jene 40 Tage erinnern sollen, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Fasten bedeutete eigentlich Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, keinen kompletten Nahrungsverzicht. Mönche aus dem Schwabenland haben dem fleischlosen Essen zur Fastenzeit ein Schnäppchen geschlagen, wickelten durchgedrehtes Fleisch in Nudelteig und erfanden damit die Maultaschen, im Volksmund darum auch »Herrgottsbescheißerle« genannt.
 Und wer zwischen Aschermittwoch und Ostern absolut nicht auf Schokolade verzichten kann, hier kurz eine kleine Ausrede:
»Solange Kakaobohnen an Bäumen wachsen, ist Schokolade für mich Obst!« (unbekannt)
Was sagt Jesus über das Fasten?
»Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler, denn sie verstellen ihr Angesicht, auf dass sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf dass du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir`s vergelten öffentlich.« Matt. 6, 16-18
Das Fasten verwehrt Jesus nicht, wenn tiefes Leidtragen um die eigene Sünde dazu führt, auf Speise und Trank zu verzichten; dann wird man aber nicht damit prunken. Für Christen hat es noch die weitere Bedeutung: auf einen Genuss, ein Vergnügen verzichten, um seinen Leib in Zucht zu nehmen, zum Gebet geschickter zu sein und zur Linderung fremder Not etwas übrig zu haben.
(aus Konkordanzbibel mit Erläuterungen)