Vortragsthema: Versöhnung mit der Apostolischen Gemeinschaft

Informationsabend mit Stammapostel i.R. Leber

Weil die gemeinsame Erklärung zur Versöhnung zwischen der Neuapostolischen Kirche (NAK) und der
Apostolischen Gemeinschaft (AG) unterschiedlich aufgenommen und gewertet wurde, erbot sich Stammapostel i.R. Leber, nähere Erläuterungen und Hintergrundinformationen zu diesem hema
zu geben. Am Dienstag, 9. Juni 2015, fand hierzu ein Vortrag in der Gemeinde Hamburg-Sinstorf statt. Von den 87 Teilnehmern insgesamt waren etwa 10 Teilnehmer von anderen kirchlichen Gemeinschaften. Bei allen war ein großes Interesse festzustellen.

In einem historischen Rückblick wurde erläutert, wie es zu der Trennung der AG von der NAK gekommen war. Dabei wurden keine Annahmen und Auffassungen, sondern nur vorliegende schriftliche Dokumente herangezogen.

Sicherlich nicht so bekannt war, dass es schon früher, also vor der Verkündigung der Botschaft von Stammapostel Bischof, ähnliche Bekundungen gab, die auch den Inhalt hatten, der Herr würde zu ihrer Lebenszeit wiederkommen. Es sind dies:

• Apostel Paulus in seiner Aussage im 1. Korinther 15, 51
• Die ersten 12 Apostel der Katholisch Apostolischen Kirche mit ihrem Festhalten an der Begrenzung der Anzahl der Apostel für ihren Sendungsauftrag
• Apostel Schwarz, über den berichtet wird, dass Weissagungen und Gesichte das Wiederkommen des Herrn zu seiner Lebenszeit zum Inhalt hatten.

Jedoch im Gegensatz dazu fand die Botschaft von Stammapostel Bischof einen tiefen Einluss in die Wortverkündigung und in die gesamte Glaubensausrichtung der NAK in der damaligen Zeit.

Der eigentliche Inhalt der Botschaft aus theologischer Sicht, dass der Herr bald kommen werde und dass sich ein jeder darauf vorbereiten möge, war nicht problematisch. Denn es führte zu einer
einzigartigen intensiven Bereitung auf das Wiederkommen des Herrn. Doch leider wurde das Ganze auch von Brüdern und Geschwistern zu sehr in den Mittelpunkt gehoben. In der Folge wurde bei Amtseinsetzungen und bei der Heiligen Versiegelung der Glaube an diese Botschaft abverlangt. Die Botschaft wurde dogmatisiert.

Als nun Stammapostel Bischof 1960 starb, zeigte es sich, dass sich die Botschaft nicht erfüllt hatte. Es brach eine Welt zusammen. Es gab eine schwere Erschütterung in den Reihen der Gläubigen
und auch bei den Aposteln und Brüdern.

Zu einer Annäherung mit der AG kam es in dieser Situation nicht. Die Gegensätze waren einfach zu groß. Eine Versöhnung mit der AG anzustreben schien damals undenkbar schwierig. In den 80ger-Jahren wurde Bezirksapostel Engelauf von Stammapostel Urwyler gebeten, Kontakt zu der AG aufzunehmen. Es gab zwar Gespräche, aber erst mit der von Stammapostel Leber bekundeten Bereitschaft und der danach folgenden Erklärung zur Botschaft kam man sich näher. So konnte Ende November 2014 letztlich eine gemeinsame Erklärung zur Versöhnung der beiden Kirchengemeinschaften unterzeichnet werden. Eine für beide Seiten unschöne Gegnerschaft ging
damit nach knapp 60 Jahren zu Ende.

Vielfach wird heute gefragt, warum musste eigentlich nach 60 Jahren diese Angelegenheit wieder aufgegrifen werden? Stammapostel Leber hat dies ganz entschieden beantwortet: »Ja, das musste sein. Wir haben schließlich das Amt der Versöhnung. Und eine Versöhnung hat nun endlich auch hier stattgefunden.«

M.F.