Letzter Gottesdienst der Gemeinde Hamburg-Kirchdorf

Am Mittwoch, dem 1. August 2012, erlebten die Kirchdorfer Geschwister und einige Ehemalige einen etwas anderen Gottesdienst. Bischof Novicic bat zunächst den Vorsteher, eine Kurzchronik zu verlesen. Nach einem Lied des Chores verlas der Bischof das Textwort aus Psalm 11, 7: »Denn der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. Die Frommen werden schauen sein Angesicht.«

Bischof Novicic sprach die Tatsache an, dass sicherlich eine bedrückende Stimmung die Herzen erfüllt. Insgesamt über 63 Jahre gab es diese Gemeinde.

Und über 45 Jahre durfte die Gemeinde in dieser schönen Kirche zusammenkommen. Doch es geht weiter – aber in einer größeren Gemeinde. Hier haben wir viel erlebt, Taufen, Hochzeiten, große Gottesdienste und hier haben wir auch von manchen unserer Lieben Abschied genommen.

Gott ist ein gerechter Gott. Vielleicht erkennen wir das nicht immer gleich; erkennen das auch nicht sogleich an seinen Verheißungen. Die arme Witwe mit den beiden Söhnen sorgte sich, dass diese vielleicht Leibeigene werden könnten. Nachdem ihr Mann, ein Prophetenjünger, verstorben war, kam der Schuldherr und forderte die beiden Söhne. Der Prophet Elisa riet ihr, sammle Gefäße von deinen Nachbarinnen und stell sie in dein Haus. Dann schließ die Tür und gieße von deinem Ölkrug in alle Gefäße und fülle sie mit Öl. Als alle Gefäße gefüllt waren, hörte der göttliche Zufluss auf. Sie konnte das Öl verkaufen, ihre Schulden bezahlen und von dem Rest leben. Auf uns bezogen bedeutet dies: Komm mit einem leeren Herzen und lass den Zufluss des Heiligen Geistes in deine Seele.

Das hat mit Glauben zu tun, mit Vertrauen dem Bezirksapostel gegenüber, wenn eine Gemeinde aufgegeben werden soll. Auch darin zeigt sich Nachfolge: Wir wollen beim Herrn bleiben. Wir wollen uns nicht aufhalten lassen, auch wenn künftig ein viel längerer Weg zur Kirche zurückgelegt werden muss. Der Herr ist gerecht – versuchen wir ebenfalls vor ihm gerecht zu wandeln.

Der Chor sang zum Dienstwechsel das Lied Was auch künft’ge Zeiten bringen… Er wird segnend uns begleiten …

Das mag sich an allen erfüllen!

Mit der Zusammenlegung der beiden Gemeinden beendete F. Jelich seine Tätigkeit als Diakon aus persönlichen Gründen. Mit besonderen Worten dankte ihm Bischof Novicic zunächst für sein jahrzehntelanges
Wirken als Diakon in der Gemeinde Hamburg-Kirchdorf und bezog in diesen Dank die ganze Familie ein. Auch dem bisherigen Vorsteher der Gemeinde Hamburg-Kirchdorf, Priester M Frömming, sprach Bischof Novicic seinen Dank für das Wirken als Vorsteher aus. Priester Frömming diente neun Jahre in Hamburg-Wilhelmsburg und 13 Jahre in Hamburg-Kirchdorf. Den hier präsentierten Blumenstrauß empfing jedoch Schwester Frömming, die die Tätigkeit ihres Mannes immer liebevoll unterstützt hatte.

MF

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