Der Stammapostel in Buchholz

Die kleine Kirche in Buchholz war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Geschwister erwarteten ihren ehemaligen Vorsteher, den jetzigen Stammapostel Wilhelm Leber.

Anlass dieses Besuches war die goldene Hochzeit des Ehepaares Lümkemann. Mit diesen Geschwistern verbindet Familie Leber eine langjährige Freundschaft. Die Geschwister hatten das jungverheiratete Ehepaar Leber 1972 in besonders herzlicher Weise in die Gemeinde Buchholz aufgenommen und begleitet. Als der Stammapostel die Kirche betrat, wurde er schon fröhlich von den Kindern der Gemeinde erwartet und mit einem Musikgruß willkommen geheißen.

Am Anfang des Gottesdienstes betonte Stammapostel Leber die besonderen Empfindungen, die ihn an diesem Abend bewegten: "Auch wenn sich die Gemeinde im Lauf der Zeit verändert hat, gibt es viele bekannte Gesichter." Dem Buß- und Bettagsgottesdienst legte der Stammapostel ein Wort aus Römer 12, aus 2 zugrunde: "... ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes...". Dieser Aufruf zur Erneuerung zog sich durch den ganzen Gottesdienst. Als Beispiel nannte der Stammapostel die Pflege eines Hauses. Dem Verfall kann man nur durch beständige Erneuerung entgegen wirken. So soll es auch mit dem inwendigen Menschen geschehen. Was kann / muss erneuert werden?

  • Die Ausrichtung auf den Tag des Herrn. Im Laufe der Zeit verfällt die Erwartungshaltung und der Tag rückt in weite Ferne.
  • Die Sicherheit im Herzen "Unser Herr kommt!". Diese Verheißung muss lebendig gehalten werden und am besten täglich im Herzen erneuert werden.
  • Die Freude am Herrn und seinem Werk. Durch verschiedene Ereignisse wird die Freude weniger. Durch Mitarbeit, "mittendrin" bleibt die Freude erhalten.
  • Der Friede im Herzen. Verschiedene Störfaktoren können den Frieden rauben. Gottes Wort und Gnade schaffen Erneuerung.
  • Der Wille zum Überwinden. Um die Sünde zu meiden ist ein starker Wille erforderlich. All zu leicht kommt einem eine Ausnahme gelegen und der Vorsatz verflacht.
  • Die Gemeinschaft. Gemeinschaft unterliegt Schwankungen, das Miteinander kann getrübt werden und muss ständig erneuert werden.
  • Der Wille abzugeben was man empfangen hat. Gelegenheiten suchen, das Evangelium den Mitmenschen nahezubringen. Auch in heutiger Zeit werden Menschen dadurch zum Nachdenken angeregt.

Die Kraft zur ständigen Erneuerung können wir aus dem Heiligen Geist schöpfen, der wie eine "erneuerbare Energie" keinem Verbrauch unterliegt. Bezirksapostel Schumacher wies im Mitdienen auf zwei weitere Dinge hin, die ständig erneuert werden müssen: Die Buße, die immer wieder neue Bereitschaft erfordert und das Gebet welches immer wieder eine neue Zuwendung zu Gott bedeutet und nicht zu einer Gewohnheit werden darf.

Bischof Novicic unterstrich die Notwendigkeit den Vorsatz der Erneuerung durch die Umsetzung auch Realität werden zu lassen und nicht nach einiger Zeit zu vergessen.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wurden den Geschwistern Lümkemann der Segen zur Goldenen Hochzeit gespendet.

Die Gemeinde bekam in diesem Gottesdienst auch noch Verstärkung im Brüderkreis. Durch Zuzug konnten ein Diakon und Priester bestätigt werden.

Nach dem Gottesdienst war die ganze Gemeinde zu einem Imbiss eingeladen. So konnten in gemütlicher Atmosphäre alle Geschwister Erinnerungen mit dem Stammapostel und den Gästen austauschen. Erst spät am Abend verließen die letzten Geschwister die Kirche. Ein Buß-und Bettag, der in der Geschichte der Gemeinde seinen besonderen Platz einnehmen wird und zum Jubiläumsjahr des 75-jährigen Bestehens der Gemeinde passt.